Um 1600 herum entdeckte Johannes Kepler – bekannt durch die Keplerschen Gesetze der Planetenbewegung – die Verwandtschaft zwischen den Fibonacci-Zahlen und dem Goldenen Schnitt. Er stellte fest, dass das Verhältnis zwischen einer Zahl der Fibonacci-Folge und der vorhergehenden sich immer mehr der irrationalen Zahl Φ (Phi) nähert, je länger man die Folge fortsetzt. Und Φ bezeichnet nichts anderes als den Goldenen Schnitt.
Die erste genaue Beschreibung des Goldenen Schnitts lieferte bereits um 300 vor Christus der griechische Mathematiker Euklid: Zwei Strecken stehen im Verhältnis des Goldenen Schnittes, wenn sich die grössere zur kleineren verhält wie die Summe aus beiden zur grösseren. Später, im 15. Jahrhundert, beschäftigte sich der italienische Mathematiker und Franziskanermönch Luca Pacioli mit Euklids Arbeiten und widmete dieser Streckenteilung, die er „göttliche Teilung“ nannte, einen ganzen Band.
Der Goldene Schnitt definiert eine Proportion, die vom menschlichen Wahrnehmungssystem als besonders harmonisch empfunden wird. Er spielt in den bildenden Künsten eine wichtige Rolle. Zum Beispiel konstruierte Leonardo da Vinci die Proportionen des menschlichen Körpers auf der Basis des Goldenen Schnitts.
Ein Rechteck, dessen Seitenverhältnis dem Goldenen Schnitt entspricht, bezeichnet man als Goldenes Rechteck. Ebenso nennt man gleichschenklige Dreiecke, bei denen zwei Seiten in diesem Verhältnis stehen, Goldene Dreiecke.
Eine wichtige Rolle spielt auch der sogenannte Goldene Winkel Ψ (Psi), der den Winkel von 360 Grad im Verhältnis des Goldenen Schnittes teilt. Er beträgt – angenähert – 137,5 Grad.
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